Positives Denken funktioniert nicht. In diesem Artikel erfährst du, was stattdessen wirkt und dich in deine Kraft bringt und was das ganze mit Meditation zu tun hat.

Vielleicht hast du mich schonmal sagen gehört, dass  du dann eine Wirkung auf dich und dein Umfeld hast, wenn eine klare Intention zusammenkommt mit einer positiven dazugehörigen Emotion.

Unser Körper, unsere Mitmenschen und unser Umfeld reagieren nicht auf das, was wir wollen. Sie reagieren auf das, was wir sind – sprich, das, was wir verkörpern.

Du kennst das sicherlich, wenn ein Bekannter von seinem nächsten großen Plan spricht aber du schon an Mimik, Gestik und Körperhaltung siehst, dass er es nicht wirklich meint – nicht verkörpert. Das es nur ein schöner Gedanke ist.

Oder vielleicht hast du auch schonmal den Versuch mit dem positiven Denken gemacht: Dir gehts z.B. miserabel und du versuchst das zu ignorieren und denkst: “Mir gehts gut, mir gehts klasse, ich habe keinerlei Schmerzen …”
Der Erfolg von dieser Art positivem Denken hält sich nach meiner Erfahrung sehr in Grenzen. Die Idee ist dennoch nicht ganz falsch.

Gedanke + Gefühl = Daseinszustand

Dein positiver Gedanke – zusammen mit all deinen unbewussten Gedanken – ist ein Teil deines Daseinszustandes zu jedem bestimmten Zeitpunkt. Zusammen mit den gefühlten Emotionen im Körper bildet er das, was wir nach Innen und Außen verkörpern.

Wenn wir nun mit unklaren Intensionen und unserem alltäglichen Mix an Gefühlszuständen durchs Leben gehen, senden wir natürlich eben diesen unkoordinierten Mix in die Welt.

Übe Mediation und du lernst, deinen Daseinszustand selbstständig zu kreieren

In unserer täglichen Meditation trainieren wir unseren Geist wie einen Muskel und üben einen starken Fokus und eine klare Intention zu halten. Wir verbinden uns auch mit unserem Herzen und lernen, Gefühle wie Freude, Dankbarkeit und Liebe zu erzeugen.

Kann Mediation also einen Unterschied machen, in welchem Zustand du durchs Leben gehst?

Vor einiger Zeit hörte ich von einer Reihe an Experimenten, die Dr. Glen Rein am HeartMath Research Center in Kalifornien durchgeführt hat. Er wollte herausfinden, inwieweit sogenannte Heiler tatsächlich Veränderungen in biologischen Systemen bewirken.

Er begann mit einer Gruppe von Teilnehmern, die darin trainiert waren, positive Emotionen wie Liebe, Zufriedenheit und Dankbarkeit mit den damit einhergehenden geordneten physiologischen Mustern der Herzaktivität in sich zu erzeugen. Dieser Zustand wird als Herzkohärenz bezeichnet.

  • Eine erste Gruppe dieser Teilnehmer brachte sich in besagten Zustand und hielte dann für zwei Minuten ein Glas mit DNA. Dies führte zu keinen statistisch signifikanten Veränderungen der DNA.
  • Eine zweite Gruppe von trainierten Teilnehmern machte das Gleiche, aber anstatt nur die positiven Emotionen zu erzeugen hielt diese Gruppe gleichzeitig eine Intention (einen Gedanken), die DNA-Ketten entweder aufzuwickeln oder abzuwickeln. Diese Gruppe erzeugte signifikante Veränderungen in der Form der DNA-Proben.
  • Eine dritte Gruppe von trainierten Teilnehmern hielt eine klare Intension, ohne vorher den positiven emotionalen Zustand in sich zu erzeugen. Auch hier gab es keine Wirkung.

Der positive emotionale Zustand allein hatte also keine Auswirkungen.

Eine klare Intension ohne Emotion hatte keine Wirkung.

Nur wenn die Teilnehmer einen geordneten Zustand positiver Emotionen wie Glück, Liebe und Wertschätzung zusammen mit einer dazugehörigen klaren Absicht kombinierten, konnten sie den gewollten Effekt bewirken.

Egal, wie du zu solchen Experimenten stehst – für mich sind sie einfach interessant, weil sie mir Anhaltspunkte geben, was funktionieren könnte. Meine eigene Erfahrung ist für mich letztlich immer der sprichwörtliche Lackmustest. Nur wenn ich die Wirkung in meinem Leben spüre, werde ich eine bestimmte Technik weiter praktizieren und auch weiterempfehlen und unterrichten.

Daher hoffe ich, dass dieser Artikel dir einen interessanten Denkanstoß gegeben hat. Vielleicht kombinierst du morgen früh, wenn du dir deine 5 Minuten für Dankbarkeit und Wertschätzung nimmst, das ganze mit einer klaren Intension für den Tag – ganz ohne Erwartung – und schaust, wie es dir damit ergeht.


Tom Richter
Tom Richter

Experte in den Bereichen Ashtanga Vinyasa Yoga, Atemtechniken und Meditation. Yogalehrer, Yogalehrer-Coach